Ist Moral ein Naturgesetz Teil 3, der letzte Teil.

Grundsätzlich ist Moral – je nach Ansicht, ob man es nach Kant oder modern betrachtet– ein Abwehrmechanismus des Ich. Denn in der modernen Welt ist Moral eher dazu in Gebrauch, um andere Menschen zu kontrollieren und seine sadistische Seite auszuleben. Denn wenn ich es nicht will, soll es auch kein anderer wollen.

Nach Kant – der ja Moral danach einteilte, ob man pflichtgemäß oder in seiner eigenen Pflicht handelt – sollte man eher dazu neigen selbst zu denken und tun was man sich selbst auferlegt (somit entgeht man laut Kant auch dem Determinismus) und nicht danach, ob es nur dem Eigenzweck dienlich und sobald es keiner kontrolliert oder bestraft auch nicht falsch ist.

Kant hat mit seiner legendären Aussage „Sapere aude“, sich also seines eigenen Verstandes zu bedienen einen Meilenstein in der Geschichte der Moralphilosophie gelegt.

Meist wird von der Umgebung das getan was nicht bestraft und alles was einen weiterbringt, egal ob es moralisch verwerflich ist oder nicht.

Sodann komme ich also zu der modernen Moralvorstellung – Moral als Abwehrreaktion des Ichs um sich selbst aus der Schuld zu befreien.

Hier kommt Nietzsches Ausspruch gerade recht, wenn man sagt: „Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben – sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich gibt mein Gedächtnis nach“

Dieser Satz stammt aus dem Buch „Jenseits von Gut und Böse“, wobei wir bei der modernen Psychoanalyse sind und Melanie Klein und Otto Kernberg (welcher immer noch sein Wissen unter die Menschen wirft).

Diese zwei großartigen Denker haben das Prinzip der Spaltung im psychischen Sinn eingeführt. Melanie Klein war hier der Vorreiter und Otto Kernberg hat diesen Gedanken fortgeführt.

Melanie Klein hat entdeckt, dass Säuglinge in den ersten Tagen der Hirnentwicklung zu spalten beginnen. Es ist also strukturell und elementar in der Hirnentwicklung und somit auch in der Bindungspsychologie relevant.

Der psychische Mechanismus der Spaltung nach Melanie Klein: Wobei Spaltung immer bedeutet, das Ich und das Selbst wird gespalten – aber auch das Objekt.

Die eignen aggressiven Impulse werden als bedrohlich erlebt und abgespalten, das heißt sie gehören nicht mehr zu mir.

Was passiert aber mit ihnen – sie werden nach außen projiziert – und zwar nach außen auf die Beziehung zum Objekt oder bei Melanie Klein auf die Brust der Mutter.

Damit ist das Erleben der Brust nun gespalten in zwei Teile, und zwar in eine ganz gute und in eine ganz böse Brust – oder Objekt. Um beide auseinanderzuhalten, werden beide Qualitäten sozusagen übertrieben. Es gibt dann eine ganz gute und idealisierte und eine ganz böse verfolgende Brust.

Von außen würde man sagen es ist die gleiche Mutter oder Person, subjektiv wird es als zwei unterschiedliche Zustände. Sowohl im Selbsterleben als auch im Erleben des Objekts. Das heißt mit der Spaltung geht immer auch die projektive Identifizierung einher. Eigene aggressive Anteile des Babys, die abgespalten werden, werden nach außen projiziert auf das Objekt, das Objekt wird mit diesem Affekt identifiziert und mein eigener Affekt kehrt mir sozusagen von außen als böser Verfolger wieder.

Anders formuliert: das sehr unreif entwickelte Ich, kann noch keine Ambivalenzen oder Gefühlsambivalenz ertragen, das heißt es gibt entweder schwarz oder weiß und dass ich so einem wichtigen Objekt wie der Mutter solche Gefühle habe, können noch nicht integriert werden und deshalb werden die auseinandergehalten.

Es geht also um den Verbleib der aggressiven Regungen, die sozusagen ihren Aggregatszustand ändern, sie sind jetzt nicht mehr in mir und gehören zu mir sondern sie gehören außen zum Objekt und werden dann paranoid erlebt, nämlich als verfolgend von außen.

nochmal anders: das frühe Ich kann nicht nur keine Ambivalenz aushalten, sondern auch keine Abwesenheit denken: das heißt alles ist immer da, alles ist immer präsent. Entweder die gute Brust ist da (wenn der Hunger gestillt ist und alles gut ist) oder die böse Brust ist da und verfolgt mich, das heißt die gute Brust ist noch nicht so verinnerlicht, dass sie vermisst werden kann und an sie gedacht werden kann, sondern meine eigene Aggression wird immer als paranoid verfolgend von außen erlebt. Es ist immer alles gut oder schlecht – es gibt keine Abwesenheit.

Okay um das klar zu formulieren: mein Zugang zu Moral ist dieser, das wir spalten, und zwar weil uns das Sicherheit und Berechenbarkeit gibt. Und zwar deshalb, weil es eine Regression ist und diese Verleiht uns Sicherheit – wie im Schoß der Mutter. Somit ist meine Antwort auf die Frage: „Was ist Moral und ist sie ein Naturgesetz?“, ganz klar „ja“ und zwar deshalb, weil sie der Grundstock der Gehirnentwicklung ist sobald der Säugling aus dem Uterus in die Welt kommt, wo ab diesem Zeitpunkt Widerstände und der „Verlust des Paradieses“ wie Freud es einst in seinem Buch „Hemmung, Symptom, Angst“ formulierte ist!

Werde das Ganze wohl nochmal überarbeiten müssen – also sorry für die Grammatik und Rechtschreibung.

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