Spaltung nach Melanie Klein

Da ich seit einiger Zeit die psychische Spaltung entdeckt habe, muss ich sagen, dass mich der Vorgang einfach fasziniert. Da, nach Melanie Klein, die Spaltung bereits mit dem Säuglingsalter beginnt, ist es umso faszinierender.

Es erklärt die menschliche Natur oder den Gedankengang und Handlungsweise, welcher für mich immer noch ein großes Rätsel ist, wie gewisse Dinge nicht registriert und Sachen als wahr anerkannt, welche nur auf einem Gefühl beruhen oder einfach nur deshalb als wahr anerkannt, da einem das Gefühl vertraut erscheint.

Wie auch immer der nachfolgende Text soll die Spaltung etwas erklären. Man müsste noch Otto Kernberg, der diese Idee der psychischen Spaltung etwas genauer erläutert und Melanie Kleins Gedanken weitergedacht hat – aber da ich gerade an meine SAF oder Facharbeit schreibe, habe ich dafür momentan keine Ressourcen.

Spaltung nach Melanie Klein!

kurze Erklärung –

¤ Objekt = das Gegenüber/

¤ das Subjekt = man selbst oder das Ich/

¤ das Selbst = Uber-Ich, Ich und das Es – also der gesamte psychische Apparat /

¤ Projektion = eigene Gefühle oder Emotionen können nicht integriert und werden auf das Gegenüber „projiziert“

Der psychische Mechanismus der Spaltung nach Melanie Klein: Wobei Spaltung immer bedeutet, das Ich und das Selbst wird gespalten – aber auch das Objekt. Die aggressiven Impulse werden als bedrohlich erlebt und abgespalten, das heißt sie gehören nicht mehr zu mir.

Was passiert aber mit ihnen? – sie werden nach außen projiziert

Was heißt, nach außen auf die Beziehung zum Objekt oder bei Melanie Klein auf die Brust der Mutter. Damit ist das Erleben der Brust nun gespalten in zwei Teile und zwar in eine ganz und gar gute und in eine ganz böse Brust – oder auch das Objekt.

Um beide auseinanderzuhalten, werden beide Qualitäten sozusagen übertrieben. Es gibt dann eine voll und ganz gute also idealisierte und eine ganz böse verfolgende Brust. Von außen würde man sagen, es ist die gleiche Mutter oder Person, subjektiv wird es als zwei unterschiedliche Zustände wahrgenommen. Sowohl im Selbsterleben als auch im Erleben des Objekts.

Das heißt, mit der Spaltung geht immer auch die projektive Identifizierung einher.

Eigene aggressive Anteile des Babys, die abgespalten werden, werden nach außen projiziert auf das Objekt, das Objekt wird mit diesem Affekt identifiziert und mein eigener Affekt kehrt mir sozusagen von außen als böser Verfolger wieder.

Anders formuliert: das sehr unreif entwickelte Ich, kann noch keine Ambivalenzen oder Gefühlsambivalenz ertragen, das heißt: Es gibt entweder schwarz oder weiß und dass ich so einem wichtigen Objekt, wie der Mutter solche Gefühle habe, können noch nicht integriert werden und deshalb werden sie auseinandergehalten!

Es geht also um den Verbleib der aggressiven Regungen, die sozusagen ihren Aggregatszustand ändern, sie sind jetzt nicht mehr in mir und gehören zu mir, sondern sie gehören außen zum Objekt und werden dann paranoid erlebt, nämlich als verfolgend von außen.

Nochmal anders: das frühe Ich kann nicht nur keine Ambivalenz aushalten, sondern auch keine Abwesenheit denken: das heißt alles ist immer da, alles ist immer präsent. Entweder die gute Brust ist da (wenn der Hunger gestillt ist und alles gut ist) oder die böse Brust ist da und verfolgt mich, das heißt die gute Brust ist noch nicht so verinnerlicht, dass sie vermisst werden kann und an sie gedacht werden kann, sondern meine eigene Aggression wird immer als paranoid verfolgend von außen erlebt.

Es ist immer alles gut oder schlecht – es gibt keine Abwesenheit!

Der Standard hat einen guten Artikel über Melanie Klein veröffentlicht – KLICK hier

Des Weiteren ist hier eine gute Zusammenfassung über das Leben und Denken dieser herausragenden Person nach Freud – KLICK hier

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