Dissoziation

Dissoziation – wenn mehrere Personen in einem wohnen!

Dissoziation ist eine Überlebensstrategie der Person, um funktionsfähig zu bleiben – es sind nicht integrierbare Informationen, die nicht denkbar sind.

Nicht denkbar heißt, man weiß es nicht. Man kann nicht wissen, was man nicht denken kann.

Es gibt die alltägliche Dissoziation, wie die Autobahntrance oder der Vorlesungsschlaf – auch das Tagträumen oder der kreative Flow gehört dazu.

Die pathologische Dissoziation als

  • Symptom
  • Defizit
  • Abwehrmechanismus
  • Prozess
  • Struktur

Kann auftreten als:

  • Amnesie
  • Derealisation:
    • Räume, Gegenstände oder Menschen wirken fremd, leblos, zweidimensional oder wie im Film; man weiß zu der Zeitpunkt, dass dieser Zustand erzeugt ist  – die Realitätsprüfung ist intakt
  • Depersonalisation:
    • das Gefühl der Spaltung – man erlebt sich als Beobachter des eigenen Lebens, der eigenen Bewegungen und der Stimme
  • Dissoziativer Stupor:
    • akute Erstarrung, man sitzt völlig regungslos, willkürliche Bewegungen fehlen völlig. Nicht zu verwechseln mit Bewusstlosigkeit, Atmung, Körperhaltung und der Muskeltonus sind erhalten
  • Dissoziative Bewegungsstörung:
    • unwillkürliches Zittern (Tremor), plötzliches Muskelzucken (Myokonien), Fehlhaltungen und Verkrampfungen (Dystonien) – aber auch Lähmungen sind möglich (vollständige oder teilweise Lähmung eines oder mehrerer Gliedmaßen;
  • Identitätsunsicherheit:
    • chronisches Gefühl der Leere, rasch wechselnde Lebensentwürfe, extreme Meinungsänderungen, Unsicherheit über die eigenen Vorlieben und moralischen Werte
    • häufiger Kontext ist die Borderline Persönlichkeitsstörung
  • Identitätswechsel:
    • Wechsel geht häufig mit Amnesien (Gedächtnislücken) einher, eine andere Identität, welche durchaus andere chronische Krankheiten oder Gewohnheiten, teilweise sogar eine andere Sehkraft oder Ähnliches haben.
    • Dissoziative Identitätsstörung, Aufspaltung der Gesamtpersönlichkeit in zwei oder mehrere Anteile

In Studien aus den Jahren 2003 – 2007 wurde bei neuropsychologischen Untersuchungen herausgefunden – was grundsätzlich irgendwie paradox klingt – dass Menschen mit dissoziativen Störungen eine verbesserte Kapazität des Arbeitsgedächtnisses haben und eine erhöhte fronto-parietale Aktivierung nachgewiesen werden konnte (De Ruiter et al. 2003; 2007; Veltman et al. 2005)

Des Weiteren wurde festgestellt, dass Patienten mit einer komorbiden dissoziativen Störung verkleinerte Hippocampus- und Amygdala-Volumina haben (Vermetten et al. 2006) und auch neuropsychologisch beeinträchtigt sind (Roca et al. 2006).

» Hippocampus:

Grundlegende Funktionen nach dem Lehrbuch:

  • Gedächtnisbildung: wandelt Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis so um, dass sie dauerhaft gespeichert werden
  • räumliche Orientierung: erstellt mentale Landkarten, die uns bei der Navigation durch unsere Umgebung helfen
  • Verknüpfung von Emotionen: durch die enge Verbindung zur Amygdala werden Erlebnisse mit den dazugehörigen Gefühlen verknüpft

der Archivar des Gedächtnis:

  • deklarativ = feststellend oder beschreibend
  • Biographisch, episodisch
  • Faktisch

Zuordnung von:

  • Raum
  • Zeit
  • Kontext

nach Lisa Feldmann Barrett sind Emotionen keine angeborenen Reflexe, sondern sie werden im Moment konstruiert. Der Hippocampus stellt Erfahrungen blitzschnell für Vorhersagen bereit und wirkt mit um rohe Körperempfindungen überhaupt erst in eine konkrete Emotion, wie Angst oder Vorfreude zu verwandeln.«

» Amygdala:

Grundlegende Funktionen nach Lehrbuch:

  • Reize werden in der Amygdala getriggert und wir bekommen es als Emotion mit.
  • Funktioniert reflexartig auf äußere Bedrohung .
  • Teil des limbischen Systems, somit dem evolutionär „alten“ emotionalen Gehirnteil.
  • weiß immer wo:
    • Gefahr ist
    • wo das gute Futter zu finden ist
    • wo der beste Sexualpartner anzutreffen ist
  • Emotionales Gedächtnis:
    • zeitlos – nur gegenwärtig
    • ohne Kontext – fragmentiert
    • nicht versprachlicht

nach Lisa Feldmann Barett:

  • Es teilt Reize in seine Bedeutsamkeit ein
  • Die Amygdala feuert bei allem, was neu, wichtig oder unvorhersehbar ist – die Emotion Angst wird erst im Zusammenspiel mit dem restlichen Gehirn konstruiert
  • Prädiktiv: also vorhersagend – gleicht Reize mit vergangenen Erfahrungen ab, um dem Gehirn bei der Vorhersage zu helfen, was als Nächstes passiert.
  • Körper-Budgetierung – hilft dem Körper sich auf bevorstehende Situationen vorzu-bereiten «

Fronto-parietale Netzwerk:

Lehrbuchmeinung:

  • Arbeitsgedächtnis – das kurzzeitige Halten und Manipulieren von Informationen z. B. Kopfrechnen
  • Fokus und kognitive Flexibilität – das bewusste Ausblenden von Ablenkungen und der Wechsel zwischen Aufgaben
  • Problemlösung – Planen von logischen Schritten, um ein Ziel zu erreichen

nach Lisa Feldmann Barret:

  • da das Gehirn ein Vorhersageapparat ist also ein prädiktives Organ, ist das fronto-parietale Netzwerk kein isolierter Logik-Muskel, sondern ein flexibler Modulator, der bestimmt, welche Vorhersagen gerade Priorität haben.

Beteiligung an der Emotionskonstruktion:

  • bei komplexen Emotion hilft das fronto-parietale Netzwerk dabei relevante Konzepte im Gedächtnis aktiv zu halten. Es sorgt somit dafür, dass dein Gehirn die Körperempfindungen, Erinnerungen, Umweltreize fokussiert, welche notwendig sind, um im gegenwärtigen Moment eine präzise emotionale Realität zu konstruieren

primäre strukturelle Dissoziation:

  • eine anscheinend normale Außenperson (ANP)
  • ein emotionaler Anteil (EP, emotionaler Part)
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD, Posttraumatisches Stress Syndrom)

sekundäre strukturelle Dissoziation:

  • eine anscheinend normale Außenperson
  • mehrere emotionale Anteile
  • komplexe posttraumatische Belastungsstörung

tertiäre strukturelle Dissoziation:

  • mehrere anscheinend normale Außenpersonen
  • mehrere emotionale Anteile
  • dissoziative Identitätsstörung

Bin noch nicht fertig, … Soll eine Ausarbeitung dieses Phänomens werden, mal schauen;

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